Mein Weg hinaus

5.06.2006 - 5/6/2006

Es ist Pfingstmontag, ich hatte heute ausgeschlafen bis halb neun. Trotzdem war ich irgendwie noch etwas fertig. Ok, im Moment alles ein bisschen viel gewesen.
Gefrühstückt habe ich ein Hörnchen, mit einer Flasche Müller Milch - Kakao. Lecker! Ich liebe es, Hörnchen in Kakao zu tunken. Hab ich lange Zeit nicht gemacht. Ich gebe mir Mühe, mir keine Gedanken übers "dicker werden" zu machen. Das habe ich schon zu lange, zu oft. Das will ich nicht mehr.
Gleich fahren wir nach den Pferden schauen, danach wollen wir zum Trödelmarkt. Ich weiss, das ich Zwischenmahlzeiten essen muss, oh ja, die gefürchteten Zwischenmahlzeiten. Aber die sind mir lieber - und leckerer - als Astronautenkost. Ich stelle nämlich fest, eigentlich esse ich ganz gerne.
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4.06.2006 - Wie alles anfing....

Wie alles anfing? Das ist eine gute Frage. Ich würde sagen, das war so ca. vor zwei Jahren, wenn man ganz weit zurück sieht - also 2004. Ich fand mich immer etwas zu dick und war bestrebt, abzunehmen. Damals war ich zwölf. Ich wollte abnehmen, aß aber ganz normal. Noch. Irgendwann fing ich dann an, meine Mahlzeiten runterzuschrauben, als ich mich länger mit dem Thema befasst hatte.
Kurzum - ich hatte das letzte Dreivierteljahr nur von zwei trockenen Milchbrötchen am Tag gelebt, wenn meine Mutter mich zwang, was anderes zu essen, fühlte ich mich augenblicklich fetter. Das war so 1-2x/Woche der Fall, ansonsten aß ich nur die beiden Brötchen. Getränke hielten mich aber aufrecht - klar, ich hab mich satt getrunken. Ich merkte aber, das auch die Getränke dick machen. Und trank weniger bzw. nur noch kalorienreduzierte Isodrinks.
Bis vor drei Monaten. Meine Mutter wollte mich mehrmals in eine Klinik bringen, weil die Leute über mich sprachen. Nein, sie sprachen nicht nur, sie lästerten. Ich sei magersüchtig, Fremde tuschelten, ich habe vielleicht Aids.
Ich hab das nicht so ernst genommen und immernoch drauf geachtet. Der Klinik bin ich immer entflohen, auch wenn ich nun drei mal am Tag (auch mittags warm) essen und Astronautenkost trinken musste. Das war zum kotzen, aber hauptsache, ich konnte bleiben.

Das ich mich aber nicht erholte, sondern noch mehr abnahm, machte sich aber auch bald bemerkbar. Ich hatte keine Kraft mehr für meine Pferde, was ich heute merken musste - auf einem Reitturnier fehlte mir einfach die Kraft. Ich konnte nichts dagegen tun, ich war machtlos.

Spätestens jetzt weiß ich, das ich nicht mehr darauf achten darf, dass man meine Knochen sieht, sondern wieder fit werden muss! Wer sich dafür interessiert, kann hier ein bisschen "mitkommen".
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4.06.2006 - 4/6/06 ... Es muss sich ändern

Heute hat alles begonnen - ich hatte aufdem Turnier die Dressur geritten, die war nicht so berauschend, meinPferd hatte auch keine Lust. Ok, kann passieren.
Nach dem ich gestern im Springen gefallen war, hatte ich Angst. Nochmehr als vorher schon. Früher hatte ich nie Angst. Ich wollte diesenPacour nicht reiten. Die Startglocke leutete, aber ich war nicht imStande, das Pferd zu lenken - ich ritt einfach am Hindernis vorbei,sodass er wieder - wie gestern - zum Ausgang raste. Die Prüfung wargelaufen. Natürlich war die ganze Familie enttäuscht, weil sie wussten,das ich bereits viel, viel schwierigere Sachen gemacht hab, und das,obwohl ich da ein Jahr jünger war.
Am Ausgang nahm mir meine Mutter das Pferd ab, erstmal darf ich nicht mehr reiten, bis ich mich erholt habe.
Ich hatte dazu gar nichts gesagt. Nichts. Wir fuhren nach hause, stellten die Pferde in den Stall und erstmal nach hause.
Das waren die Momente, in denen mir einiges klar wurde. Ichbin so ein Trottel! In drei Wochen beginnt der Lehrgang, aufden ich mich so gefreut hatte, den ich schon zu Weihnachten bekommenhabe. So darf ich nicht hin. Es muss anders werden.
Ich hatte heute erst eine Schale Quark  mit Erdbeeren gegessen, eswar aber schon mittags. Nun aß ich einen ganzen Teller Milchreis. Ichwar zwar schon nach der Hälfte so satt, aber ich Zwang mich,anstandslos aufzuessen. Das hätte ich gestern niemals gemacht. Abendsholten wir zu essen vom Chinesen. Gebackenes Huhn mit Gemüse, Reis undSauce Süß Sauer. Nicht nur, dass ich bis gestern niemals 2x/Tag warmgegessen hätte - ich hätte auch nie freiwillig Sauce genommen.
Nun merkte ich, was mir die ganze Zeit lang das Leben schwerer gemachthatte. Es war die Tatsache, andere beim genüsslichen Essen leckererSachen zu sehen, die ich mied, weil sie ja hätten dick machen können.
Was hab ich mir das die ganze Zeit angetan? Und meiner Familie? Es wirdnoch ein harter Weg, aber ich will ihn schaffen. Ich bin mir sicher,das es Tage geben wird, an denen mein altes Denken zurück kehren wird,aber ich werde mir selbst in den Hintern treten. Was ich bisherschaffen wollte, habe ich doch auch immer geschafft. Ich brauche keinenPsychiater und keine Klinik. Ich schaff es selbst. Und auch, wenn iches nicht zugeben will - so schlimm ist Essen gar nicht. Schon garnicht, wenn man sich satt isst, denn vorher habe ich immer nur "NachAuge" kleine Mahlzeiten gegessen. Wenn ich danach noch Hunger hatte,gabs aber nix mehr. Dann überfiel mich aber der Heißhunger - eineständige, unnütze Quälerei die mich auf Dauer fast ruiniert hätte.
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